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Saisonende der Premijer Liga im Überblick: Borac und Velež sensationell, Sarajevo und Željo enttäuschen

Saisonende der Premijer Liga im Überblick: Borac und Velež sensationell, Sarajevo und Željo enttäuschen

Mit dem 33. Spieltag ist nun auch in der bosnischen Premijer Liga der letzte Spieltag absolviert. Insbesondere Fans aus Banja Luka und dem roten Teil von Mostar haben viel zu feiern, währenddessen in der Hauptstadt alles auf den Prüfstand gestellt wird.

Im letzten Saison der Spiel schaltete Borac Banja Luka ein paar Gänge zurück und spielte lediglich 0:0 gegen Sloboda Tuzla. Die Mannschaft von Trainer Marko Maksimović hatte den Titel bereits am vorletzten Spieltag klar gemacht. Ausschlaggebend dafür war der 2:0 Sieg gegen den abgelösten Meister FK Sarajevo. Besonders bemerkenswert ist, dass Borac aus der Winterpause heraus kommend 13 Punkte Rückstand aufgeholt hat. Zur Belohnung dürfen die Spieler nun den Meisterpokal in den Händen halten und Bosnien und Herzegowina in der Qualifikation zur Champions League vertreten.

Zwar Tabellenzweiter, aber dennoch am meisten verloren hat FK Sarajevo. Die Bordoroten hatten die einmalige Chance den dritten Titel in Folge zu feiern und damit FK Željezničar als Rekordmeister abzulösen, doch es sollte in dieser Saison nicht sein. Zur Winterpause hin lag man acht Punkte vor dem Zweiten und spielte einen beeindruckenden Fußball, aber in der Rückrunde wollte nichts mehr gelingen. Die Abgänge von Spielmacher Amar Rahmanović, den es in die Türkei zu Konyaspor zog, und Benjamin Tatar, der in Saudi-Arabien spielt, konnten nicht kompensiert werden. Zwischenzeitlich tat man sich mit anderen Vereinen aus der Liga zusammen um gegen schlechte Schiedsrichterleistungen zu protestieren, von denen insbesondere Banja Luka profitierte. Noch dazu leistete sich Ex-Trainer Vinko Marinović einige taktische Fehler, wodurch das Debakel perfekt war. Im Pokal konnte man zwar gegen Banja Luka gewinnen, jedoch dürfte das angesichts dieser historischen Chance ein schwacher Trost sein.

Foto: FK Sarajevo

Die wahrscheinlich größte Überraschung der Saison brachte Velež Mostar. Die Mannschaft um Trainer Feđa Dudić konnte sich dank einer Aufholjagd mit dem dritten Platz, nur einen Punkt hinter dem Zweitplatzierten FK Sarajevo, nach 33 Jahren erstmalig wieder für den internationalen Wettbewerb qualifizieren.

Eine weitere, wenn auch etwas kleinere Überraschung konnte der Nachbar aus Široki Brijeg bieten. Trainer Toni Karačić verlor zwar einige Stammspieler, jedoch bewies der eigene Nachwuchs, dass auf sie Verlass ist. Auch Široki Brijeg darf sich in der Qualifikation zur Conference League beweisen.

Zrinjski Mostar hingegen wird nach langer Zeit ohne internationale Spiele in die Saison starten. Lediglich Platz fünf auf der Endtabelle ist definitiv zu wenig für die Ansprüche des Vereins.

Auf Platz sechs ist Tuzla City ins Ziel gekommen. Für den ambitionierten Verein aus dem Nordosten des Landes ist dies zwar ein gutes, aber ausbaufähiges Ergebnis. Im zweiten Teil der Saison hat die Mannschaft gezeigt was in ihr steckt, auch dank des Trainerwechsels zu Husref Musemić hin. In der nächsten Saison wird sich zeigen, wie gut die Mannschaft ihren Lauf fortführen kann, da dann mit einer weiteren Mannschaft gerechnet werden dürfte.

Bei dieser handelt es sich natürlich um FK Željezničar. Die (noch) Rekordmeister haben eine nicht weniger als katastrophale Saison mit einem siebten Platz hinter sich. Die Gründe dafür sind vielfältig. Fast schon traditionelle finanzielle Engpässe, der Ausfall der Fans und schlechte Transfers der Vergangenheit haben ihre Spuren hinterlassen und zur Krise beigetragen. Erst im letzten Spiel gelang Željezničar der erste Sieg im zweiten Teil der Saison. Drei verschiedene Trainer durften ran, aber keiner konnte nachhaltig etwas bewirken. Besonders schade hierbei ist, dass der Verein sein 100-jähriges Jubiläum somit ordentlich in den Sand gesetzt hat. Dem Arbeiterverein von der Grbavica ist es nur zu wünschen, dass sie bald schon wieder oben mitspielen, auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Heimstätte umfangreich renoviert wird und daher jedes Geld nötig ist.

Foto: instagram.com/fkzeljeznicar

Sloboda Tuzla hat eine Saison im Rahmen der (finanziellen) Möglichkeiten gespielt. Mit einem kleinen Etat und vielen jungen Spielern gelang es zwischenzeitlich sehr ansehnlichen Fußball spielen zu lassen, auch wenn die Schwankungen der Talente eine zeitweise schlechte Phase beinhaltete, was aber normal ist. Die jungen Spieler haben sich ins Schaufenster gespielt und einige dürften Ablösen generieren wodurch ein weiteres Wachstum des Vereins möglich scheint.

Einen ähnlichen Weg hat Mladost Doboj Kakanj bestritten. Auch wenn die Saison auf einem Nicht-Abstiegsplatz beendet wurde, gibt es für die folgende Saison immer noch keine Lizenz, da einige Gehaltszahlungen ausstehend sind. Dabei helfen könnten Nedim Hadžič (22) und Enes Alić (21). Ersterer ist Stürmer und neun Tore erzielen können, was Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken dürfte. Alić ist linker Verteidiger, dem in dieser Saison der Durchbruch gelungen ist. Beide dürften dringend benötigtes Geld in die Kassen des Vereins bringen, ebenso wie Kapitän Amer Hiroš, den es Medienberichten nach zu NK Osijek ziehen wird. Es bleibt abzuwarten, ob nicht der Zwangsabstieg kommt, ansonsten wäre es eine leicht unterdurchschnittliche Saison von Mladost Doboj-Kakanj gewesen.

FK Krupa konnte sich dank einer sehr guten Rückrunde auf den 10. Platz retten, wodurch der Abstieg gerade so abgewendet wurde. Auch im nächsten Jahr dürften sie aber um nichts weiter als den Klassenerhalt kämpfen.

Radnik Bijeljina war vor nicht all zu langer Zeit bosnischer Vertreter in den internationalen Wettbewerben, hat diese Saison jedoch auf dem 11. Platz und damit einem direkten Abstiegsplatz beendet. Die Gründe hierfür liegen in der Umstrukturierung des Vereins, welche sich ziehen. Falls Mladost Doboj-Kakanj die Lizenz nicht erhalten sollte, darf Bijeljina aber in der ersten Liga bleiben.

Auch beim kleinsten Verein aus Sarajevo, NK Olimpik, gab es große Unruhen. Zwei Spieltage vor Schluss hat sich der Verein dazu entschlossen seine Teilnahme an der Meisterschaft zurückzuziehen, da man sich aufgrund der schlechten Schiedsrichterleistungen im Nachteil gesehen hat. Ansonsten haben die Wölfe die Rückrunde etwas besser gespielt als die Hinrunde, jedoch war auch dies nicht genug um sich zu retten, wodurch der Gang in die zweite Liga bevorsteht.

Die neuen Gesichter in der Premijer Liga werden NK Posušje, liegt in der Herzegowina ca. zwei Kilometer von der kroatischen Grenze entfernt, und Rudar Prijedor, in der Nähe von Banja Luka ca. 25 Kilometer von der kroatischen Grenze, sein. Posušje, welches kürzlich mit dem Bau bzw. der Renovierung seines Stadions für Schlagzeilen sorgte, wurde mit zehn Punkten Abstand Meister, Rudar Prijedor ist dies mit sieben Punkten gelungen. Beide Vereine sind keine unbeschriebenen Blätter der Premijer Liga.

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