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Rückblick: Der Abend der alles veränderte. Die Geburtsstunde vom “Bosanski Dijamant”!

Rückblick: Der Abend der alles veränderte. Die Geburtsstunde vom “Bosanski Dijamant”!

Wir schreiben den 28. März 2009. In der Crystal Arena in Genk spielt unsere Nationalmannschaft das Qualifikationsspiel zur WM 2010 gegen Belgien. In einer Gruppe mit Spanien, der Türkei und Belgien war unser Team mit dem Rücken zur Wand. Startniederlage gegen Spanien, Niederlage in der Türkei und zwei Pflichtsiege gegen die “kleinen” in der Gruppe Estland und Armenien standen bis dahin auf dem Konto. Aber der Reihe nach.

Bosnien-Herzegowina war zuvor ein Team, dass sich mehrheitlich darum bemüht hatte in den “dritten Lostopf” der Quali zu kommen, Punkte für die FIFA-Wertung zu sammeln, eine Teilnahme war zwar ein Traum – aber realistisch? Eher nein. Obwohl man schon zwei Mal am letzten Spieltag an der Teilnahme bzw. den Playoffs scheiterte, war in dieser äusserst schwierigen Gruppe auf dem Papier nichts zu holen, oder?

Nicht ganz. Mit der Übernahme vom Trainerposten brachte Ciro Blazevic eine ungeahnte Euphorie in die Reihen der Bosnier. Der vorläufigen Höhepunkt erreichte die Euphorie beim Rekordsieg gegen Estland in Zenica mit 7-0. Der sympathische und äusserst direkte Ciro war vor dem Spiel auch sicher “Je** im mater – 5 komada!” – so die unzensierten Worte von Blazevic, die wohl keiner deutschen Übersetzung bedürfen.

Zurück zum 28. März 2009. Vedad Ibisevic, der Topstürmer der Bosnier, zuvor mit Hoffenheim Herbstmeister geworden, fiel mit einem Kreuzbandriss aus. Er kommentierte zusammen mit Marjan Mijalovic das Spiel – die Ironie: Mijajlovic wurde nur Kommentator aufgrund seines euphorischen Jubels von Ibisevic beim Tor mit Hoffenheim gegen Bayern München. Edin Dzeko war damals ein grundsolider Stürmer, viel Potenzial und auf dem Weg mit Wolfsburg die Tabelle zu stürmen. In Genk waren wir trotzdem der krasse Aussenseite, bis… ja bis ein kurzer Moment die Geschichte, die Ansprüche und die Fussballnation Bosnien-Herzegowina für immer verändern würde.

Dzeko wurde auf der Seite von Muratovic eingesetzt und zog aus spitzem Winkel ab, der Ball wurde abgelenkt und landete vor den Füssen von Jahic, der vermeintlich nur noch einzuschieben brauchte. Auch dieser Schuss wurde geblockt und landete bei Misimovic vor dem Strafraum – Misimovic, der mit seiner Übersicht schon damals ein wahrhaftiger Magier war – schob den Ball erneut zu Dzeko über, der vom Eck des Sechzehners den Ball unhaltbar ins Lattenkreuz versenkte.

In der Euphorie des Jubels, geachtet der Tatsache, dass Dzeko ein junger, ungeschliffener Diamant war – liess sich Kommentator Marjan Mijajlovic spontan dazu verleiten die Worte “DIJAMANTU, DIJAMANTU, DIJAMANTU” ganze sieben Mal auszusprechen. Bosnien gewann dieses Spiel. Bosnien holte sich auch den Playoff-Platz vor den Türken und den Belgiern, zwar scheiterte man danach an Portugal, doch viel wichtiger war – man war eine ernstzunehmende Fussball-Nation, eine die den Anspruch hat sich zu qualifizieren und allen voran:

28. März 2009: Der bosnische Diamant war geboren, The Bosnian Diamond, der beste Stürmer den Ex-Jugoslawien je hatte.

 

 

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