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Interview

Interview mit Torjäger Tabaković: “Ich will Gas geben!”

Interview mit Torjäger Tabaković: “Ich will Gas geben!”

13 Tore und eine Vorlage in wettbewerbsübergreifend neun Spielen – das ist die beeindruckende Statistik des 27-jährigen Stürmers Haris Tabaković von Austria Lustenau. Wir haben mit ihm über seine Karriere, seine Ziele und auch die bosnische Nationalmannschaft gesprochen!

Der 27-jährige Tabaković spielt bei Austria Lustenau in der zweiten österreichischen Liga. Dort ist er erfolgreich in seine zweite Saison mit dem Verein gestartet, nachdem er zuvor von 2017 bis 2020 in Ungarn war. Der Transfer kam ihm sehr gelegen, wie er uns gegenüber sagte. “Es fühlt sich gut an bei Lustenau zu sein. Es ist einfacher deutsch zu reden, da ich die drei Jahre davor in Ungarn war. Meine Eltern sind auch nah, zwei Stunden von mir“, sagte er es zu Beginn des Gesprächs und zeigte sich zufrieden.

In seiner ersten Saison mit Lustenau schoss er die Liga bereits kurz und klein, ihm gelangen 19 Tore und eine Vorlage in 23 Spielen. Von daher ist es verwunderlich, dass er beim Zweitligisten geblieben ist. “Das stimmt, es gab auch Interessenten. Das Problem war die Ablösesumme“, sagte er uns, und ergänzte im Hinblick auf die Coronakrise im Vorjahr, dass es hauptsächlich daran lag. “Der Klub hat viel gefordert und inmitten der Coronakrise waren die Vereine nicht bereit viel Ablöse zu zahlen. Ich hatte viele Angebote auf dem Tisch, aber am Ende ist es an der Ablösesumme gescheitert“, erklärte er uns den Hauptgrund für seinen Verbleib bei Lustenau.

In der neuen Saison macht er genau da weiter, wo er in der letzten aufgehört hat: beim Toreschießen. Er steht bereits bei 13 Tore und einer Vorlage in wettbewerbsübergreifend neun Einsätzen, davon zwölf Tore in der Liga. “Ich glaube auch das ist mein bester Saisonstart“, sagte uns Tabaković, der in der Liga fast unterfordert zu sein scheint. Doch das Lob gebührt nicht nur ihm, auch seine Mannschaft ist gut drauf. “Momentan läuft es sowohl für mich als auch für den Verein gut, wenn ich überlege, dass wir in der letzten Saison im Abstiegskampf waren und fast abgestiegen sind. Wir sind erster, schießen viele Tore, ich bekomme auch viele Bälle“, nannte er uns die Gründe für seinen guten Lauf und den seiner Mannschaft. Ein weiterer wichtiger Grund kommt hinzu: er ist topfit, verletzungsfrei. Ein Zustand, der ihn nicht sehr oft in seiner Karriere begleitete. “Ich fühle mich wohl, bin topfit, gesund. Hoffentlich bleibt es dabei. Gesund bleiben ist das Wichtigste. Wenn ich gesund bin, dann schieße ich meine Tore“, wie er nun eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Haris Tabaković im Einsatz für Austria Lustenau.

Es ist davon auszugehen, dass seine Formkurve weiterhin nach oben geht. Der nächste Schritt wäre die logische Konsequenz und da stellt sich die Frage, wo es hingehen darf, da er sicherlich erneut Angebote bekommen wird. “Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich in der ersten Liga spielen möchte. In den letzten Jahren habe ich immer in der ersten Liga gespielt“, erklärte es uns gleich zu Beginn die Grundvoraussetzung für einen Transfer. Nun kann man sich fragen, wieso ein so ambitionierter Spieler in der zweiten österreichischen Liga unterwegs ist. “Es war ein Schritt nach hinten, damit ich nach meinen Verletzungen wieder in Form komme, gesund bleibe, meine Tore schieße. Der Plan ist aufgegangen“, sagte er uns dazu und fügte hinzu, dass sein Ziel dasselbe geblieben ist: die erste Liga. Er wäre auch offen für eine zweite Liga in einem Top Land. Und dafür fokussiert er sich, lässt seine Berater mit den Interessenten sprechen: “Ich will mich auf den Fußball konzentrieren, den Rest lasse ich meine Berater machen. Wir werden sehen, was passiert“, deutete er an, dass es mit einem Transfer in der Zukunft so weit sein dürfte.

Haris Tabaković feiert mit seinen Mitspielern einen seiner zahlreichen Treffer.

In der Jugend spielte er für die Nationalmannschaften der Schweiz, ein Einsatz in der A-Nationalmannschaft steht nicht zu Buche. In der Zeit ist er auch vom damaligen Nationaltrainer Bosniens, Mehmed Baždarević, kontaktiert worden, wie er uns erzählte. “Vom bosnischen Verband wurde ich kontaktiert, genauer gesagt vom damaligen Nationaltrainer, Mehmed Baždarević. Ich kann mich noch gut daran erinnern, weil wir mit der bosnischen U21 in einer Qualifikationsgruppe waren und ich gut gespielt habe. Dann kam der Anruf von Baždarević“, berichtete er vom Zustandekommen des Kontakts mit dem bosnischen Verband. “Er wollte mich jetzt nicht sofort ins nächste Aufgebot einladen sondern gucken, ob da Interesse besteht. Wir haben darüber gesprochen, dass er meine Leistungen verfolgt und sich für mich interessiert“, erzählte er weiter. Doch dann machte eine Verletzung ihm selbst, aber auch dem bosnischen Verband einen Strich durch die Rechnung. “Dann bin ich zu den Grasshoppers Zürich gewechselt, habe dort nicht gespielt und es ist klar man wird nicht in die A-Nationalmannschaft Bosniens eingeladen, wenn man nicht Stammspieler ist in der ersten Liga irgendwo. Die Qualität bei Bosnien ist im Angriff groß”, so Tabaković über die Gründe, wieso es dann doch nicht mehr wurde mit der bosnischen Nationalmannschaft.

Und hier freut sich Tabaković ganz besonders.

Zum Ende wollten wir noch wissen, welche Ziele er mit seinen 27 Jahren, dem besten Fußballalter, hat. “Früher war ich sehr verbissen, es war bei mir nur Fußball, Fußball, Fußball. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch so, ich tue alles für den Fußball. Aber ich will erstmal gesund bleiben, da ich viele Verletzungen hatte“, erklärte er uns seine oberste Priorität. “Wenn ich gesund bin dann weiß ich, dass ich, wo auch immer ich bin, meine Tore schieße“, sagte er das, was er sowohl in der letzten Saison als auch in der jetzigen unter Beweis stellt. “Bei mir hieß es immer großes Talent, großes Talent. In der U21 habe ich auch gut gespielt. Daher habe ich einen anderen Weg erwartet. Für mich ist das eine Art Neuanfang“, fügte er hinzu. “Ich bin fit, möchte es mir selbst beweisen. Erste Liga spielen, dort meine Tore machen, dann den nächsten Schritt. Ich bin 27, fühle mich nicht alt, daher will ich Gas geben”, unterstrich er zum Abschluss noch einmal seine Ambitionen.

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