Folge uns!

Allgemein

Der Bosnier hinter dem besten Fußballcamp Sloweniens

Der Bosnier hinter dem besten Fußballcamp Sloweniens

Für gewöhnlich stehen bei uns Spieler im Blickpunkt, heute jedoch möchten wir euch Hajro Rizvić vorstellen, der in Slowenien die erfolgreichste Fußballschule des Landes auf die Beine gestellt hat.

Hajro Rizvić, der aus Velika Kladuša stammt, ist seit längerer Zeit in Slowenien beheimatet, wo er sich zu einem der besten Jugendtrainer des Landes hochgearbeitet hat. Dort besitzt er seine eigene Fußballschule namens “OŠ Olimpija Ljubljana”. Er steckt auch hinter dem Fußballcamp „Zmajevo gnezdo“, welches als das Beste des Landes gilt und welches in diesem Jahr in Kranjska Gora (ca. 15km südlich von Villach, Österreich) abgehalten wird. Neben all dem ist er auch im Besitz der A Trainerlizenz der UEFA. Sein Wissen konnte er bereits vereinen wie Crvena Zvezda, Dinamo Zagreb, Hajduk Split, Sturm Graz und NK Maribor unter Beweis stellen.

Meine Trainerkarriere begann ganz zufällig 2012, als ich meinen Sohn im Verein angemeldet habe. Die Liebe zum Fußball war bei mir schon immer vorhanden, ich habe lange Jahre im Amateurbereich in Slowenien gespielt. Wegen einigen Verletzungen habe ich es aber nicht geschafft im Profibereich Karriere zu machen. Die Leidenschaft habe ich dann auf den Trainerjob und die Arbeit mit Kindern übertragen, was mich sehr erfüllt. Zu Beginn führte ich einen Verein und war Sponsor, später habe ich meine Fußballschule OŠ Olimpija Ljubljana eröffnet, die noch heute sehr erfolgreich existiert”, reflektiere er die Anfänge seiner Trainerkarriere und Fußballschule.

Er begann als Assistent in den Jugendmannschaften von NK Olimpija Ljubljana, stieg dann zum Trainer und letztlich Direktor der Nachwuchsakademie von Olimpija Ljubljana auf.

Mir wurde die Chance geboten eine U10 zu gründen. Wir haben den Nachwuchsbereich umstrukturiert und Erfolge an Erfolge geknüpft, woraufhin ich zum Direktor befördert wurde”, so Rizvić. “Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir haben gegen große Mannschaften gespielt und beim Izmir Cup, wo 72 Mannschaften teilnehmen, den vierten Platz erreicht. Nun ist es an der Zeit etwas neues zu beginnen.”

Was genau das Neue sein wird, davon hat er einen genauen Plan: er möchte seine gesamte gesammelte Erfahrung in ein zentrales Soloprojekt stecken. “Ich werde alle meine Projekte unter einen Hut bringen. Trainer, Fußballschule und Verein werde ich alles in einem kombinieren”, gibt er einen Überblick über seine Pläne. Auch wenn er Angebote für Trainerjobs und Direktorjobs hatte, entschied er sich für ein eigenständiges Projekt. “Die Angebote waren von der finanziellen Seite aus sehr gut, aber ich mache das nicht wegen des Geldes, sondern aus Liebe zum Sport.”

Ob er sich dennoch vorstellen kann eines Tages auch im Profigeschäft zu coachen? “Dieses Ziel hatte ich zu Beginn der Karriere, aber mit der Zeit verliert man es aus den Augen. Ich habe festgestellt, dass die Arbeit mit den Kindern gute und ehrliche Arbeit ist. Man darf aber niemals nie sagen. Sollte ein Angebot von einem großen Verein kommen, kann man das nicht ablehnen” , so seine vielsagende Antwort. Er hat die A-Lizenz der UEFA inne, wodurch er auch im Profigeschäft tätig sein dürfte. In Ljubljana habe er am meisten lernen können, aber auch die Aufenthalte bei anderen Vereinen waren von großer Bedeutung für ihn. “Am meisten habe ich bei Olimpija gelernt, denn wir haben wie die besten Vereine auch gearbeitet. Dinamo Zagreb und Crvena Zvezda haben mir sehr viel mitgegeben. Hajduk Split, Partizan und Sturm Graz sind in letzter Zeit zu den Stationen, wo ich mir Wissen aneignen durfte, hinzugekommen”, verrät er. Für ihn ist es wichtig, dass er Freiheiten hat um sein Wissen vermitteln zu können. “Wenn ich mein Wissen in den Klub bringen und vermitteln kann, arbeite ich am besten. Man muss sich ständig weiterentwickeln.”

Einem Engagement im Jugendbereich des bosnischen Verbandes ist er keineswegs abgeneigt, wie er selbst sagt. “Diesen Anruf wünsche ich mir und auf ihn warte ich noch immer. Ich habe die bosnische Staatsbürgerschaft und ich würde sehr gerne mit den Kindern in der Nationalmannschaft von dem Land, in dem ich geboren bin, arbeiten.”

Auch in diesem Jahr wird sein Fußballcamp “Zmajevo Gnezdo” (Drachennest) abgehalten, welches als das beste des Landes gilt. “Ich kann mit Sicherheit sagen, dass wir das beste Camp in Slowenien haben“, gibt er sich selbstbewusst. “Jeder kann sowas von sich behaupten, aber die Tatsache, dass die Kinder bis zu ihrem 13. Geburtstag immer wieder hierherkommen, beweist es.” Das Camp ist jedoch nicht nur für slowenische Nachwuchskicker geeignet, sondern zieht Kinder aus dem ganzen Balkan an. “Wir hatten Kinder aus der ganzen Region bei uns. Auch zu Coronazeiten, da wir alle Regeln geachtet haben, weil die Gesundheit der Kinder am wichtigsten ist. Auch in diesem Jahr haben wir viele Anmeldungen. Wir warten ab, wie die Lage sich entwickelt, und dann sollten wir grünes Licht für das Camp kriegen.” Laut seinen Aussagen sind immer zwischen 50-60 Kindern bei den Camps gewesen. Insgesamt sollen mehr als 800 das Camp seit 2015 absolviert haben. Viele spielen bei den besten Akademien und Vereinen, aber auch bei ihren jeweiligen Nationalmannschaften.

Nicht gerade wenige Talente brillieren in der Jugend, nur um im Profigeschäft keinen Fuß auf den Boden zu kriegen. Woran liegt das? “Dafür gibt es viele verschiedene Gründe”, beginnt er seine Aufzählung. “Erstmal muss man definieren, was Erfolg ist. Für mich ist Erfolg, wenn ein Kind es von den Anfängen bis in die erste Mannschaft schafft, die Schule fertig macht und eine Persönlichkeit entwickelt.” Doch auch die Eltern und falsche Berater spielen eine große Rolle im (Miss)-Erfolgsfall der Kinder. “Zu große Ambitionen, Druck vom Verein und falsche Agenten. Das sind die größten Risiken. Erfolg kommt nicht über Nacht. Erfolg ist auch das Ergebnis der Arbeit von den Menschen drum herum. Ein gutes Team erzielt Ergebnisse. Wenn ein Fußballer Erfolge erzielt, dann wird das meistens ihm zugeschrieben, aber das Team um ihn herum hat ebenfalls große Anteile daran, was oft vergessen wird”, so seine Worte zum Schluss des Interviews mit bhfudbal.ba

Klicke um zu kommentieren

Mehr von Allgemein