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Interview

Dženis Burnić im Interview mit BNM: Über Dortmund, Klopp, die deutsche und bosnische Nationalmannschaft

Dženis Burnić im Interview mit BNM: Über Dortmund, Klopp, die deutsche und bosnische Nationalmannschaft

Dženis Burnić dürfte bereits vielen ein Begriff sein. In der Jugend von Borussia Dortmund ausgebildet, hat er mit seinen 22 Jahren den Durchbruch im Profifußball über den Zwischenschritt zweite Bundesliga geschafft. Im Interview mit bnm.ba spricht er über seine Zeit bei Dortmund, die Anfänge bei den Profis und wie es derzeit aussieht. Das Thema Bosnien kommt natürlich auch nicht zu kurz.

 

 

Bei Borussia Dortmund ausgebildet, hat es Burnić mittlerweile geschafft, sich im Profifußball zu etablieren. „In Dortmund war ich seit meinem siebten Lebensjahr. Ich hatte großes Glück, dass ich dort ausgebildet wurde und in einem sehr guten Jahrgang gelandet bin. Dank unseres Trainers Hannes Wolf haben wir es geschafft, vier mal hintereinander deutscher Jugendmeister zu werden. Mit 16 Jahren hatte ich die große Ehre mit den Profis trainieren zu dürfen, was für einen jungen Spieler natürlich sehr beeindruckend ist“, äußert er sich sehr stolz im Rückblick auf seine Zeit in der Jugend bei Borussia Dortmund. Nach Leihen zum VfB Stuttgart und Dynamo Dresden, steht er mittlerweile bei dem 1. FC Heidenheim fest unter Vertrag.

 

Wenn der Traum zur Realität wird

Der Traum eines jeden jungen Spielers ist es, früher oder später für seine Lieblingsmannschaft auflaufen zu dürfen. Burnić hat sich diesen Traum bereits mit 18 erfüllt, als er sowohl in der Bundesliga als auch Champions League für die schwarz-gelben spielen durfte.

„Es war ein sehr schönes Gefühl für den Klub sein Debüt zu geben, bei dem man groß geworden ist. Vor allem, wenn es in wichtigen Spielen ist. Mein Bundesliga Debüt verlief nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber ich wusste es ist der Beginn, Geduld ist der Weg zum Ziel und dass noch eine Menge Arbeit vor mir liegt“, erinnerte er sich an seine Anfänge im Profifußball.

Zu seinem Debüt verhalf ihm ein gewisser Jürgen Klopp, der heute als einer der besten Trainer der Welt gilt. Von einem schon damals sehr guten Trainer zu lernen, ist für einen jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs eine große Ehre gewesen.

„Jürgen Klopp ist an erster Stelle ein großartiger Mensch. Für uns Spieler war er wie eine Vaterfigur, danach ein Freund und an letzter Stelle Trainer. Gott sei Dank hatte ich die Ehre, unter seiner Leitung zu trainieren, das erfüllt mich mit Stolz“, beschreibt er die Zeit unter Klopp. Zu seiner Zeit teilte er sich mit einigen Weltklassespielern die Umkleidekabine bei Dortmund, was das für ein Gefühl ist für junge Spieler? „Unglaublich, mit so großen Spielern zu trainieren. Mario Götze, Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang, Mats Hummels… Jede Bewegung, jedes Dribbling, jede Ballannahme habe ich beobachtet und versucht sie mir einzuverleiben. Für uns waren sie immer da und gaben uns Ratschläge. Ousmane Dembélé ist ebenfalls ein wahnsinnig guter Spieler. Ein unglaublicher Angreifer, im 1 gegen 1 ist er magisch“, beschreibt er seine Zeit im Training der Borussia.

Qual der Wahl: Ausland oder Deutschland?

Foto by: liga-zwei.de

 

Letzten Sommer wechselte er offiziell von Borussia Dortmund, seinem Ausbildungsverein. Es zog ihn nach Heidenheim. Der Hauptgrund dafür war Trainer Frank Schmidt. „Ich stand bei Dortmund noch ein Jahr unter Vertrag, aber entschied mich für einen Wechsel. Es gab Angebote aus der 2. Bundesliga und einigen Vereinen aus ersten Ligen anderer Länder, aber ich wollte in Deutschland bleiben. Heidenheim spielte in der Saison zuvor in der Relegation, musste sich dort aber Werder Bremen geschlagen geben. Es wurde beschlossen einen Cut zu machen, einige wichtige Spieler verließen die Mannschaft und jungen Spielern wurde eine Chance gegeben. Heidenheim hat, wie auch Dortmund, ein gutes Gespür für Transfers. Es wurden einige Spieler aus der 3. Liga verpflichtet, aber auch dem Nachwuchs wurde eine Chance gegeben”, äußerte er sich zu den Beweggründen und seiner neuen Mannschaft. “Der ausschlaggebende Punkt für den Transfer waren die Gespräche mit dem Trainer Frank Schmidt. Er hat mir vom ersten Moment an klar gemacht, dass er mich in seiner Mannschaft haben will“, erklärt Burnić wie es zum Transfer kam.

Der Start bei seinem neuen Verein verlief wegen einer Verletzung etwas holprig, diese hat er jedoch überstanden. Burnić kommt regelmäßig im defensiven Mittelfeld zum Einsatz und macht dabei eine gute Figur. „Der Start verlief nicht so wie gewollt. Zunächst bremste mich eine Adduktorenverletzung aus, anschließend auch noch etwas am Muskel. Wie bei jeder Verletzung war natürlich Geduld ganz wichtig und Training, sofern es möglich ist.”

Bei seinem neuen Verein Heidenheim kam er aufgrund dessen zu sieben Einsätzen. Vornehmlich wird er im defensiven Mittelfeld eingesetzt, kann aber anderen Positionen in der Zentrale bekleiden. Bislang gelang ihm eine Vorlage, wodurch er seiner Mannschaft zum siebten Platz in der Tabelle verhalf.

Die erfolgreiche Zeit bei den Deutschen Juniorennationalmannschaften

 

Foto: WA.de

Foto: WA.de

Burnić durchlief von der U15 bis zur U21 alle Jugendnationalmannschaften Deutschlands, wodurch er in den Genuss einer sehr guten fußballerischen Ausbildung kam. Er kam in übergreifend 47 Spielen zum Einsatz, wobei ihm auch drei Tore gelungen sind. Sein bislang letztes Spiel für die deutsche U21 gab er, wie der Zufall es wollte, beim 0:2 Auswärtserfolg gegen Bosnien-Herzegowina.

„Die deutsche Nationalmannschaft hat mir sehr viel gegeben, vor allem viel Erfahrung was große Turniere wie Europa- und Weltmeisterschaften angeht. Das sind auch wichtige Erfahrungen um sich als Spieler entwickeln zu können“, erinnert er sich an seine Zeit im Nachwuchsbereich zurück.

 

In Bosnien jedes Jahr Urlaub

Die Familie von Burnić ist aus Sanski Most und hat in all den Jahren den Bezug zur Heimat nicht verloren. Die Begeisterung für die Heimat ist auch auf Dženis übergesprungen, der immer dann, wenn es möglich ist, versucht, die Heimat der Eltern zu besuchen. „Ich versuche jedes Jahr in Bosnien zu sein. Bislang ist es mir immer gelungen, letztes Jahr klappte es wegen der Corona-Pandemie leider nicht.“ Ob er die bosnische Nationalmannschaft verfolgt?“ „Ja, natürlich. Ich verfolge die Spiele, wenn es mir möglich ist. Schade, dass in den letzten Qualifikationen nicht ein besseres Resultat erzielt worden ist. Vor allem Spieler wie Miralem Pjanić und Edin Džeko hätten es verdient gehabt ein weiteres großes Turnier zu erleben.“

Wir haben auch nachgefragt, ob es in der Vergangenheit Kontakt zu dem bosnischen Fußballverband gab, da dieser gerne Talente aus dem Ausland übersieht. „Vor ein oder zwei Jahren gab es Kontakt, aber wir haben uns darauf geeinigt, dass ich mich erstmal im Vereinsfußball etabliere.“ Natürlich haben wir ihn auch gefragt, wie er sich denn entscheiden würde, da er für sowohl Deutschland als auch Bosnien-Herzegowina spielberechtigt ist. „Glaubt mir, dass ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht habe. Vor einem halben Jahr bin ich aus Dortmund gegangen und habe mein Umfeld geändert. Erst einmal will ich mir einen Stammplatz in Heidenheim erkämpfen, meine Karriere möchte ich nicht mithilfe einer Nationalmannschaft aufbauen sondern einzig und allein durch meine Leistung”, antwortete er uns.

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