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BNM Talents: „Super Gefühl, für die Nationalmannschaft zu spielen“ – Rijad Smajić im Interview

BNM Talents: „Super Gefühl, für die Nationalmannschaft zu spielen“ – Rijad Smajić im Interview

Ende März war die bosnische U19 in der Qualifikation zur Europameisterschaft im Einsatz. Beim 3:2 Sieg gegen Schweden gab ein talentierter Verteidiger, den wir euch vorstellen möchten, sein Debüt. Die Rede ist von Rijad Smajić. 

Die 64. Minute wurde gespielt, als Smajić für Eldar Mehmedović reinkam. Und das aus gutem Grund: vier Minuten vorher traf Admir Bistrić zum 3:2 Führungstreffer gegen die favorisierten Schweden, weswegen die Führung ins Ziel gebracht werden musste. Dabei hilft ein Innenverteidiger naturgemäß besser als ein offensiver Mittelfeldspieler wie Mehmedović. Sein Debüt beendete Smajić somit mit einem Erfolgserlebnis. Im nächsten Spiel gegen Frankreich durfte er zur Belohnung durchspielen, konnte die unglückliche Niederlage jedoch nicht verhindern.

Nun zu den Eckdaten. Rijad ist 17 Jahre jung (am 05.05. feiert er seine Volljährigkeit) und spielt seit Jahresbeginn für die zweite Mannschaft des 1. FC Köln, nachdem er aus der U19 hochgezogen wurde, die in der Regionalliga West antritt (4. Liga). Wegen seines jungen Alters spielt er noch überwiegend für die U19, die nach 14 Spieltagen den fünften Platz belegt, trotz zahlreicher Rückschläge. “Es war nicht einfach für uns, da wir uns in einer Pandemie befinden wie jeder andere auch, aber unser Trainer hatte zusätzlich das große Pech, dass unser Team sehr viele Verletzte hatte. Vor allem in der Offensive fehlten guten Spieler, und wenn man keine Tore schießt ist es schwer ein Spiel zu gewinnen“, beschrieb er uns den Saisonverlauf aus seiner Sicht – angesichts dessen ist ein fünfter Platz umso höher einzuschätzen.

Rijad im Trikot seines FC.

Mit 17 in der zweiten Mannschaft zu spielen ist, wie man sich denken kann, nicht gerade einfach, wie er uns bestätigt. “Es ist etwas schwieriger, denn es gibt dort sehr erfahrene Stürmer und es ist viel körperbetonter als in der U19 Bundesliga“, so Smajić. In der Regionalliga tummeln sich nicht nur zweite Mannschaften von Bundesligisten, auch traditionsreiche Vereine wie Rot-Weiß Essen oder Preußen Münster sind vertreten, weswegen es dennoch “eine große Erfahrung und auch eine sehr gute Ausbildung” für Smajić ist “in der Regionalliga zu spielen“. Wie er uns verrät, fühlt er sich bei Köln sehr gut aufgehoben. “Ich liebe diesen Verein sehr und ich habe ihm sehr, sehr viel zu verdanken. Der FC macht sehr gute Arbeit, ich bin sehr zufrieden.” Interessant ist sein rasanter Aufstieg beim FC Köln: im Sommer 2019 wechselte er vom Lokalrivalen Fortuna Köln in die Jugendabteilung des “Effzeh”. Seit dem ging es für ihn in jeder Saison in die nächsthöhere Mannschaft. Zunächst in die U17, dann in die U19 und nun in die 2. Mannschaft. Man braucht kein Hellseher zu sein um zu wissen, dass danach nur noch die erste Mannschaft kommt.

Da scheint der bosnische Verband erneut gute Arbeit gemacht zu haben, denn sein Aufstieg wurde zum rechten Zeitpunkt mit einer Einladung in die U19 belohnt. “Ich wurde über den Verein darüber in Kenntnis gesetzt. Es hieß, dass es eine Einladung gibt für ein Turnier in Frankreich“, sagte er uns zur Kontaktaufnahme. Für ihn war es “was Ungewohntes, weil ich in Deutschland geboren bin, aber meine Eltern sind aus Bosnien und zuhause sprechen wir auch bosnisch“. Dennoch kam er gut zurecht. “Ich habe mich mit den Jungs und dem Staff sehr gut verstanden. Sie haben eine starke Mentalität, damit habe ich mich sehr gut zurecht gefunden“.

Beim Spiel gegen die U19 Frankreichs hätte das Ticket zur EM gelöst werden können und lange Zeit sah es gut aus. Durch Ausnahmestürmer Filip Čuić ging unsere U19 in der 54. Minute in Führung, bevor kurz vor Ende alles schiefgegangen ist. Erst traf in der 83. Minute Lamine Cissé zum Ausgleichstreffer, ehe zwei Minuten später Félix Nzouango das 2:1 für die Gastgeber machte. “Wir waren enttäuscht gegen Frankreich zu verlieren. Es ging nicht darum, dass wir das Spiel verloren haben, sondern dass wir wirklich großes Pech hatten. Wir haben 83 Minuten lang nichts zugelassen und sogar geführt. Leider mussten wir dann verletzungsbedingte Wechsel vornehmen. Trotzdem war es ein super Gefühl für die bosnische Nationalmannschaft zu tun, ich würde es immer wieder gerne tun“, fasste er uns sein erstes Treffen mit der U19 zusammen.

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