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Asmir Begović von Zvjezdan Misimović angezählt: “Darum werden sich ab jetzt Anwälte kümmern”

Asmir Begović von Zvjezdan Misimović angezählt: “Darum werden sich ab jetzt Anwälte kümmern”

Hinter den Kulissen brodelt es derzeit in der bosnischen Fußballlandschaft. Auslöser dessen war ein Tweet von Asmir Begović, den er in der Halbzeitpause beim Spiel gegen Kuwait absetzte. Darin griff er den Verband um den Präsidenten Vico Željković, Zvjezdan Misimović und Trainer Ivaylo Petev an, denen er Korruption vorwarf.

Asmir Begović, langjährige Nummer eins im Kasten der bosnischen Nationalmannschaft und ein verdienter Spieler, hat in der Halbzeitpause beim Testspiel gegen Kuwait zum Angriff angesetzt. Er warf dem Verband, aber auch drei namentlich genannten Personen, Vico Željković, Zvjezdan Misimović und Ivaylo Petev, vor, dass diese, neben Managern von Spielern, kriminell seien. Er wirft ihnen vor dafür gesorgt zu haben, dass die Nationalmannschaft eine Seite auf eBay geworden ist, um die Taschen von Kriminellen zu füllen, statt das Land zu einen, wie es sonst nur wenige können.

Dabei bezog er sich jedoch auf einen Tweet vom bosnischen Journalisten Saša Ibrulj, der sich bei dem Verband um seine Verdienste in den letzten Jahren bedankte, wodurch sich keine Zuschauer das Spiel gegen Kuwait ansehen wollten. Dazu muss man jedoch anmerken, dass es sich hierbei um ein Testspiel gegen einen, bei allem Respekt, unattraktiven Gegner gehandelt hat. Im Spiel gegen Kasachstan war das Stadion ausverkauft. Unter den Kommentaren sind die Fans und Follower geteilter Meinung. Die einen werfen Begović vor, dass er Unruhe stiften will, die anderen pflichten ihm bei und sind froh, dass sich einer traut die Wahrheit auszusprechen.

Foto: twitter.com / @asmir1

Der Präsident des bosnischen Fußballverbands, Vico Željković, hat sich bereits zu dem Tweet geäußert. Unter anderem hat er Sergej Barbarez vorgeworfen, dass dieser neidisch sei, da Ivaylo Petev Nationaltrainer geworden ist und nicht Barbarez. Des Weiteren hat er Barbarez gesagt, dass dieser die nächsten acht Jahre auch kein Nationaltrainer werden könne, da er keinerlei Qualifikationen vorweisen kann.

Unter den genannten Personen befand sich auch sein ehemaliger Mitspieler in der Nationalmannschaft, Zvjezdan “Miske” Misimović. Mittlerweile ist er Berater der bosnischen Nationalmannschaft und er alleine ist u.a. dafür verantwortlich, dass die Innenverteidigung aus unserem “schwedischen” Duo, Dennis Hadžikadunić und Anel Ahmedhodžić, besteht. Im Interview mit SCSport.ba äußerte er sich zu den Vorfällen. “Um ehrlich zu sein habe ich so etwas nicht erwartet“, fing Misimović an. “Aber in letzter Zeit kann mich nichts mehr überraschen, denn mir ist klar, dass eine Kampagne gestartet ist, die das Ziel hat alles, was wir uns derzeit bei der Nationalmannschaft aufbauen, zu zerstören“, so Misimović. Er beteuert, dass er mit den vorgeworfenen kriminellen Aktivitäten nie was zu tun gehabt habe. “Ich habe nie an sowas teilgenommen, auch wollte ich niemals mit sowas zu tun haben. Weder als Spieler noch nach meiner Karriere“, betonte er im Interview. Gleichzeitig drohte er auch Begović, denn um die Sache “werden sich Anwälte kümmern“, da Begović “mit solchen Anschuldigungen nicht so leicht davon kommen wird“.

Auf Nachfrage des Portals hin, warum Begović sich so geäußert haben könnte, sagte Misimović, dass es ihm möglicherweise schwer fällt, weil “er nicht eingeladen wurde“. Die Tür stünde ihm offen, da er Qualität hat und dementsprechend auch “sicherlich einen Platz in der Nationalmannschaft“. Einem Comeback steht nur das Menschliche im Weg. “Was das angeht, da bin ich mir nicht sicher [ob Begović die nötige Qualität im zwischenmenschlichen Bereich hat]”, sagte er. Dort hakte das Portal nochmal nach. “Sagen wir mal so: als er zu Safet Sušić kam, hat er gesagt ‘Ich stehe im Tor oder ich komme nie mehr wieder’. Damit hat er Kenan Hasagić praktisch aus der Nationalmannschaft geworfen“, enthüllte Misimović. Des Weiteren hat er eine weitere Anekdote, dieses Mal von der Weltmeisterschaft in Brasilien. “Ich erinnere mich daran, dass er in Brasilien der Einzige gewesen ist, der sich um die Prämien gestritten hat. Was mit den Prämien sei, wo diese blieben, wie viel es gäbe usw… dort hat er gezeigt, dass ihm Geld das Wichtigste ist“, erzählte Misimović im Interview.

Das Portal wollte wissen, ob es diese Probleme nur unter Sušić gab, oder ob auch andere Nationaltrainer Probleme mit Begović hatten. “Ich weiß, dass er zu [Robert] Prosinečki gesagt hat er könne nicht zum Treffen kommen, da seine Tochter etwas in der Schule angestellt habe. Am nächsten Tag sah man ihn in Portugal Golf spielen. Nach dem Spiel gegen die Niederlande ist er, ohne sich von irgendwem zu verabschieden, gegangen. Ich möchte daran erinnern, dass wir bei diesem Spiel die Chance auf eine EM-Teilnahme verloren haben“, enthüllte er gerade zu unglaubliches über die langjährige Nummer eins. Nach dem Spiel gegen die Niederlande gab es noch das gegen Polen, wo die bosnische Nationalmannschaft den Torwarttrainer als dritten Torhüter eintragen musste, da Begović die Nationalmannschaft im Stich gelassen hat. Unseren Informationen nach ist die Geschichte hier jedoch etwas anders, als sie dargestellt wird. Begović soll ein Test mit dem Ergebnis neutral untergejubelt worden sein, statt positiv oder negativ, wodurch er nicht spielen durfte. Kenan Pirić war positiv, was vom Verband veröffentlicht wurde. Was jedoch nicht veröffentlicht wurde ist die Information, dass Pirić und Ibrahim Šehić sich ein Zimmer geteilt haben, wodurch Šehić höchstwahrscheinlich ebenfalls positiv gewesen ist, d.h. es wurde alles getan, damit er im Tor steht.

Dass Begović zwischenmenschlich Defizit habe, sagte Misimović indirekt. “Mit Šehić hat er sieben Jahre lang die Kabine geteilt und ihm nicht ein einziges Mal die Hand gegeben um sich zu begrüßen”, so Misimović, wobei man sich zugegebenermaßen auch anders begrüßen kann.

Zum Schluss wollte das Portal gerne wissen, wie die Spieler die Nachrichten und Geschehnisse aufgenommen haben. “Natürlich hat die Mannschaft seine Aussagen mitbekommen. Alle sind sehr aufgebracht. Sie haben mich auch darum gebeten alles zu erzählen, sobald ich die Gelegenheit dazu kriege. Damit man weiß, um was für eine Person es sich handelt. Es ist nicht alles so, wie sie sich vor den Kameras präsentieren“, sagte er zum Schluss.

Ein derzeit unbekannter Manager hat in einem Chat darüber geprahlt, dass sein Klient für das Spiel gegen Costa Rica berufen werden und mind. eine Halbzeit spielen muss, da er dafür bezahlt habe. Interessant hierbei ist, dass er das bosnische Wort “branit” verwendet, was “verteidigen” heißt, aber auch für Torhüter angewendet wird, wodurch der Kandidatenkreis auf die Abwehr und Torhüter eingegrenzt werden könnte.

Das Interview mit Misimović ist unter diesem Link nachzulesen (Achtung: komplett auf bosnisch).

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