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RÜCKBLICK: | Dramatische Geschichten: Wie Dzeko, Ibisevic, Begovic & Co. den Krieg überlebten

RÜCKBLICK: | Dramatische Geschichten: Wie Dzeko, Ibisevic, Begovic & Co. den Krieg überlebten

Vor einigen Tagen sorgte der kroatische Fußballer mit bosnischen Wurzeln, Dejan Lovren für Aufsehen mit seinem veröffentlichten Dokumentarfilm über sein Leben – in dem er auch über seine Zeit als Kriegsflüchtling berichtet in Bosnien und wie er es trotzdem zu einer großen Fußballkarriere schaffte. Die Geschichte schafft entsprechende Bezüge zu der heutigen Flüchtlingskrise aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Irak…

Der Weg von Dejan Lovren führte an unserer Nationalmannschaft vorbei – er entschied sich für Kroatien zu spielen. Doch wie erging es Edin Dzeko, Vedad Ibisevic, Asmir Begovic und anderen bosnischen Fußballern im Krieg? Ihr Weg war teilweise sehr dramatisch und hätte vielleicht durch einen falschen Schritt beendet werden können – und heute hätten wir uns nicht an ihren tollen Spielen erfreut.

Es wird viele tolle Generationen der bosnischen Fußballer geben – aber diese Kinder die aus der Kriegsangst, Vertreibung und traumatischen Ereignissen noch stärker auferstanden sind, werden immer eine besondere Wertschätzung haben, sie schafften es aus dem nichts schließlich unser Land zur ersten WM-Teilnahme zu führen und dieses Land mit großem Stolz zu vertreten.

Edin Dzeko

Als der Krieg angefangen hat war der kleine Edin sechs Jahre alt. Unter ständigen Beschuss der serbischen Truppen im umzingelten Sarajevo ging Edin trotzdem seiner großen Leidenschaft nach – dem Fußball. Eines Tages überlebte er ein Massaker im Stadtteil “Otoka” wo viele seiner Freunde getötet wurden:

“Ich erinnere mich dass ich sehr oft geweint habe als Kind da immer die Gefahr bestand dass ich getötet werde. Meine Mutter hat mein Leben gerettet als sie mir einmal nicht erlaubte mit meinen Freunden draußen auf einer Wiese zu spielen. Einige Minuten später fiel genau eine Granate auf diese Wiese und viele meiner Freunde wurden getötet” – erinnert sich Dzeko an seine schwere Zeit.

Edin blieb bis zu seinem 18. Lebensjahr in Sarjaevo, als er dann nach Tschechien kam und schließlich über Teplice nach Wolfsburg – der Rest ist Geschichte.

Asmir Begovic

Asmir wurde als vierjähriger aus seiner Heimatstadt Treibinje vertrieben. Mit seiner Familie wanderte er zuerst nach Deutschland aus und nachher nach Kanada. Seine Karriere baute er sich durch zahlreiche englische Vereine auf und heute ist er beim FC Chelsea unter Vertrag. Für den englischen “Independent” blickte er nochmals zurück:

“Ich war ein Kind, aber ich weiß dass meine Städte in Bosnien bombardiert wurden, die Leute mussten sich unter der Erde verstecken” – sagte Begovic.

Vedad Ibisevic

Seine Heimatstadt musste auch Ibisevic auf dramatische Weise verlassen. Vedad wurde in Vlasenica geboren, eine Stadt im Krieg sehr schwer getroffen wurde. In den Kriegsjahren wurden in dieser Stadt um die 3000 Bosniaken umgebracht, unter denen auch sein Opa.

“Meine Mutter hat im Wald hinter meinem Haus eine Grube ausgegraben, sie war ca. 1 Meter breit und hoch. Sie sah wie ein Grab aus. Eines Morgens hat uns meine Mutter dort hingeführt, die Grube war mit Kissen und Bettlaken überdeckt und ich und meine kleine Schwester versteckten uns da. Dann kamen die serbischen Soldaten. Es war sehr laut, wir hörten Schüsse, Plünderungen… Meine wichtigste Aufgabe war meine dreijährige Schwester vom Weinen zu bewahren. Wenn sie uns gehört hätten wäre es vorbei gewesen – sie hätten uns sicher ins Konzentrationslager gebracht – sagte Ibisevic gegenüber “ESPN”.

Ibisevic und seine Familie flüchteten nach Tuzla, wo Ibisevic mit seiner fußballerischen Karriere begann. Nach dem Krieg wanderte er zuerst in die Schweiz aus und dann in die USA, wo er in St. Louis zum ersten Mal für Aufsehen sorgte. Über Paris St. Germain und Dijon in Frankreich endete er schließlich in der Bundesliga.

Haris Medunjanin

Medunjanin flüchtete mit seiner Mutter und Schwester nach Holland. Er hatte 7 Jahre als er mit ihnen im Jahr 1992 aus dem umzingelten Sarajevo flüchteten. Sein Vater blieb in Bosnien und kämpfte an der Front um das Land zu verteidigen. Nachdem er für die holländische U21- Nationalmannschaft spielte, führte in sein Weg in unsere Nationalmannschaft.

Es sind nur vier, von vielen Geschichten der bosnischen Fußballer – aber auch anderen Sportlern die unter schwersten Verhältnissen ihre Karriere trotzdem aufbauen.

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