Folge uns!

Allgemein

Luka Modric nach dem WM-Finale ins Gefängnis? Die Spur führt nach Bosnien

Luka Modric nach dem WM-Finale ins Gefängnis? Die Spur führt nach Bosnien

Luka Modric: Geliebt und gehasst

Luka Modric ist ein begnadeter und aussergewöhnlicher Fussballer. Mit Real Madrid prägte er eine goldene Generation, die innerhalb von fünf Saisons unglaubliche vier Mal die Champions League gewonnen hat. Auch mit der kroatischen Nationalmannschaft läuft es mehr als nur goldig. Die Kroaten stehen sensationell im morgigen WM-Finale gegen Frankreich. Jeder der teilnehmenden Nationalspieler hat morgen mit einem Triumph die Möglichkeit, sich als absoluten Nationalhelden feiern zu lassen und zur unsterblichen Figur in der kroatischen (Sport-) Geschichte zu avancieren. Lediglich bei Luka Modric besteht eine absurde Ambivalenz: Der wohl beste kroatische Fussballspieler aller Zeiten wird geliebt und gehasst zugleich. Dies weil er in der Heimat in einen komplexen und weitreichenden Korruptionsskandal mit dem verhassten Zdravko Mamic verwickelt ist. Modric könnte in Bälde zu einer Haftstrafe verurteilt werden. Die Geschichte startet und endet in Bosnien-Herzegowina.

Karrierestart in Bosnien-Herzegowina: Von Mostar nach London

Luka Modric wuchs im jugoslawischen und heute kroatischem Zaton Obrovački, nahe Zadar, auf. Nach Ausbruch des Kroatienkrieges im Jahr 1991 wurden er und seine Familie von serbischen Freischärlern vertrieben. Modrićs Grossvater und sechs weitere Zivilisten wurden im Dezember 1991 im Dorf Jasenice von serbischen Freischärlern ermordet.

Der Mittelfeldspieler spielte in seiner Jugend bei NK Zadar. Nachdem ihn Scouts entdeckt hatten, wurde Modric zum kroatischen Ligakrösus Dinamo Zagreb transferiert und unterschrieb dort auch später seinen ersten Profivertrag. 2003 verlieh man ihn an den bosnischen Premijer Liga Verein Zrinjski Mostar damit er dort Spielpraxis sammeln konnte. Kaum eine Spielzeit in Bosnien-Herzegowina absolviert, wurde er bereits mit 18 Jahren zum besten Spieler der Liga gewählt. Nach einer weiteren Leihe und Rückkehr zu Dinamo Zagreb folgte anschliessend der lang ersehnt Traumtransfer zum englischen Premier League Verein Tottenham Hotspur. Doch genau dieser vermeintliche Traumtransfer könnte sich rückblickend gesehen zum Albtraum für Modric entwickeln.

Zdravko Mamic: Der kriminelle Fussballpate

Hauptfigur des Tottenham-Transfers ist der Spielervermittler Zdravko Mamic. Als Luka Modric 2008 für 21 Millionen Euro von Dinamo Zagreb zu Tottenham Hotspur wechselte, hatte sich der damalige Dinamo-Boss Mamic am Transfererlös bereichert. Gleiches passierte beim Transfer von Lovren zu Lyon. Mamic wurde wegen dieser und weiterer Fällen zu sechseinhalb Jahre Haft verurteilt. Mamic wird für sein Vergehen und für die vielen negativen kriminellen Einflüssen im kroatischen Fussball unter den Fans respektiv in der Bevölkerung verabscheut.

Modric hatte im Prozess als Zeuge ausgesagt, mit Mamic die Teilung des Transfererlöses vereinbart zu haben. Später zog er diese Darstellung zurück. Deshalb ist Modric nun wegen Falschaussage angeklagt. Ihm drohen bis zu sechs Jahre Haft. Ähnliches droht auch seinem Nationalmannschaftskollegen Dejan Lovren vom FC Liverpool.

Mamic hat mittlerweile Kroatien verlassen um einen Haftantritt aus dem Weg gehen zu können. Einige Medien berichteten, dass Mamic sich nach Bosnien-Herzegowina abgesetzt hat. Dies macht durchaus Sinn für ihn: Mamic besitzt nebst der kroatischen auch die bosnische Staatsbürgerschaft. Aufgrund dieses Faktes und einigen Lücken respektive Grauzonen im bosnisch-kroatischen Ablieferungsauskommen kann Mamic nicht belangt und an den Antragsteller Kroatien ausgeliefert werden.

 

Klicke um zu kommentieren

Mehr von Allgemein