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Fazit zum Spiel gegen Montenegro: Mit viel Schatten, aber auch Licht

Fazit zum Spiel gegen Montenegro: Mit viel Schatten, aber auch Licht

Bevor unsere Nationalmannschaft am Freitag auf Südkorea trifft, widmen wir uns noch dem Spiel von Montag gegen Montenegro. Konkret ziehen wir ein kleines Fazit und schauen, was unter dem neuen Coach Prosinecki zu erkennen ist. Den originalen Artikel findet ihr auf unserer bosnischen Seite!

Das Spiel endete 0:0 Unentschieden trotz der Tatsache, dass auf Seiten von Montenegro Stars wie Stefan Jovetic und Stefan Savic fehlten. Doch an diesem Nachmittag in Zenica stand das Resultat aus vielen Gründen im Hintergrund, im Vordergrund stand der schmerzhafte Abschied von den Legenden Vedad Ibisevic, Emir Spahic und Zvjezdan Misimovic. Auch bekamen einige “Neuzugänge” ihre Chance, doch eins nach dem anderen.

Der erste Kritikpunkt am Spiel betrifft nicht die Akteure auf dem Platz, sondern die ausserhalb, die Zuschauer. Wer das Spiel gesehen hat wird sich mit Recht das ein oder andere Mal die Augen gerieben haben um wirklich sicher zu sein, dass das Stadion merklich leer war. Nehmen wir die Ultrafans BHFanaticos mal aus, hat unsere Nationalmannschaft kaum Unterstützung von den Rängen erfahren. Die Gründe hierfür könnten unterschiedlich sein. Zum einen natürlich die Spielzeit: 18 Uhr. Zu dieser Zeit arbeiten selbst in Bosnien die meisten Menschen oder werden gerade mit ihrer Arbeit fertig. Zum anderen könnte es auch an der Bedeutungslosigkeit des Spiels liegen. Bei allem Respekt, aber ein Freundschaftsspiel gegen einen Gegner vom Kaliber Portugal und Co. wäre weitaus attraktiver und besser besucht als gegen Gegner der Kragenweite Montenegro.

Nichts desto trotz ist es sehr positiv anzumerken, dass die meisten Zuschauer während dem Intonieren der montenegrinischen Nationalhymne und dem Aufwärmen der montenegrinischen Spieler sehr viel Beifall geklatscht haben, was bei Spielen zwischen Mannschaften aus dem ehemaligen Jugoslawien leider bei weitem nicht selbstverständlich ist. Miteinander statt gegeneinander!

Doch genug vom Drumherum, kommen wir zum Spiel. Das Resultat war natürlich nicht den Erwartungen entsprechend, jedoch haben, wie eingangs bereits erwähnt, einige Spieler ihre Chance bekommen. Bojan Nastic, aber vor allem Darko Todorovic, der ein sehr gutes Debüt gemacht hat, konnten sich beweisen. Insbesondere Todorovic hat gezeigt, dass auch Spieler aus der bosnischen Liga mit dem Niveau der Nationalmannschaft mithalten können, wenngleich es noch zu vereinzelten Missverständnissen kam, was jedoch mit der Zeit auf ein Minimum reduziert werden kann, sollte und hoffentlich wird. Die Problemzonen linke und rechte, vor allem die rechte Abwehrseite, haben mit Darko Todorovic eine sehr gute Option erhalten, was auch Robert Prosinecki selbst zugab.

Eine erste Handschrift wird schon sichtbar. Unsere Spieler liesen den Ball sehr gut laufen, nachdem man zu Beginn noch unkonzentriert hat. Kenan Kodro, Edin Dzeko und Haris Duljevic waren sehr nah an einem Treffer, der verdient gewesen wäre. Doch entweder scheiterte man am gegnerischen Torhüter, an den eigenen Nerven oder es fehlte das letzte Quäntchen Glück.

Die Abwehr steht sehr gut und hat bislang nur ein Tor kassiert. Die Gäste aus Montenegro schossen ganze zwei Mal, davon kein Mal auf das Tor von Ibrahim Sehic, der seit 405 Minuten ohne Gegentor ist im Trikot der Nationalmannschaft.

Einer, auf den eigentlich Verlass ist, hat an dem Nachmittag überhaupt nicht geliefert: Edin Visca. Es ist schwer zu verstehen, wie er im Verein die türkische Liga beinahe dominiert, aber in der Nationalmannschaft sehr selten scheint, zuletzt beim Spiel gegen Israel im Jahre 2015, als ihm zwei Tore gelangen. Auch Kenan Kodro erwischte einen rabenschwarzen Tag. Er stellte erneut eindrucksvoll unter Beweis, dass er als Außenstürmer weitaus weniger effektiv ist als auf der Stürmerposition im Zentrum. Solange jedoch Edin Dzeko einsatzfähig ist, wird Kodro kein Land sehen.

Eine mögliche Lösung gibt es in Form von Miroslav Stefanovic und Izet Hajrovic. Miroslav Stefanovic wurde erst kürzlich zum besten Spieler von Servette Genf gewählt und Izet Hajrovic ist, sofern er sein Potenzial endlich abrufen kann, eine Waffe. Eine Sturmreihe in Form von Duljevic – Dzeko – Stefanovic wäre eine sehr spielstarke und gefährliche.

Im Mittelfeld ist unsere Nationalmannschaft mittlerweile auch sehr gut besetzt. Elvis Saric hat sich überraschenderweise unter Prosinecki festgespielt und zahlt es unserem Nationaltrainer mit sehr guten Leistungen zurück. Über Miralem Pjanic braucht man naturgemäss keine Worte zu verlieren und mit Sanjin Prcic sowie Rade Krunic ist auch für die (nähere) Zukunft gesorgt.

Mittlerweile sind unsere Spieler heil und munter in Südkorea angekommen, wo am Freitag möglicherweise der erste Sieg unter Prosinecki gefeiert werden könnte. Wie wir alle wissen, hat unsere Nationalmannschaft in der näheren Vergangenheit mit dem Gewinn des Kirin Cups gute Erfahrungen auf dem asiatischen Kontinent gemacht.

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