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Ermin Bičakčić: “Ich will mein Geld auf dem Platz verdienen”

Ermin Bičakčić: “Ich will mein Geld auf dem Platz verdienen”

Den erhofften Stammplatz hat sich Ermin Bičakčić in Hoffenheim noch nicht zurückerkämpft. Aber unser Nationalspieler gibt nicht auf. In einem Interview mit dem “Kicker” spricht der Innenverteidiger über seine Hoffnungen, Perspektiven und über Konkurrent Dortmund und die Chancen auf die Champions League.

 

Müssen Sie jetzt umschulen, um in Hoffenheim Stammspieler zu werden?

Das glaube ich nicht, ich bin der typische Innenverteidiger und habe jetzt aber zwei Mal auf der rechten Seite ausgeholfen. Man will auch da die taktischen Vorgaben so gut wie möglich umsetzen und seine individuelle Klasse einbringen. Dass ich im Abschluss noch Nachholbedarf habe, hat man gesehen.

Wo liegt die Lösung?

Man muss sich reinbeißen und da sein, wenn die Chance kommt.

Und perspektivisch?

Ich war noch nie einer, der rumphantasiert, was wäre wenn. Ich lebe im Hier und Jetzt. Wir arbeiten im Tagesgeschäft, wie schnell es gehen kann, zeigt meine Verletzung im Spiel gegen Schalke. Fakt ist: Ich werde alles geben, um Stammspieler zu sein, um dem Trainer die Entscheidung, wer am Wochenende auf dem Platz steht, so schwer wie möglich zu machen. Schließlich bin ich im besten Fußballeralter und noch lange nicht satt, sondern brenne auf Einsätze. Ich will mein Geld auf dem Platz verdienen und nicht beim Zuschauen.

Schafft die TSG den Sprung in die Champions League?

Wenn man sich die Tabelle anschaut, haben wir uns eine gute Ausgangsposition geschaffen, aber auch noch sechse Spiele vor der Brust. Jeder Gegner in der Liga macht es dir sehr schwer, und dass man immer bis zum Ende hochkonzentriert bleiben muss, haben wir ja gesehen. Da besiegst du am Dienstagabend die Bayern und verlierst dann am Samstagnachmittag in Hamburg. Wir müssen bis zum letzten Spieltag Vollgas geben und unseren Weg einhalten, dann sehen wir, was am Ende dabei herauskommt.

Ein einmaliger Ausrutscher?

Wir haben enorme Qualität, das haben wir bewiesen. Tage wie in Hamburg kommen vor. Das Wichtigste ist, daraus zu lernen. Es ist und bleibt kein Selbstläufer.

Wird Gladbach ein Schlüsselspiel, um das zu beweisen?

Das Schöne im Fußball ist, dass man jedes Wochenende ein Schlüsselspiel, eine neue Chance, hat. Jetzt geht der Endspurt los, da müssen wir unsere ganze Kraft reinwerfen.

Dortmund hat das identische Restprogramm, zusätzlich aber noch Belastungen im Pokal und in der Champions League. Der entscheidende Vorteil für die TSG im Kampf um Rang drei?

Wir sollten uns nicht an den anderen orientieren, sondern auf uns schauen. Dortmund hat enorme Qualität. Aber wenn wir unsere Spiele gewinnen, müssen wir nicht darauf schauen, was Dortmund macht. Solche Hypothesen sind Zeitverschwendung. Wir sollten uns auf die entscheidenden Dinge konzentrieren.

Das wird das direkte Duell am 32. Spieltag?

Das wollen wir natürlich auch gewinnen. Aber zuvor konzentrieren wir uns erst einmal auf die andere Borussia. Die Gladbacher haben eine ordentliche Mannschaft und stehen tabellarisch gerade nicht da, wo sie hingehören.

Inwieweit verbessert der Europacup Ihre Einsatzchancen?

Darauf spekuliere ich nicht. Ich konzentriere mich darauf, jeden Tag alles zu geben und in die Stammelf zu kommen.

Sie hatten im Sommer die Chance, nach England zu gehen, blicken Sie wehmütig zurück?

Nein, ich bin keiner, der zurückschaut. Ich treffe jede Entscheidung bewusst, hier hat alles gepasst. Dass es eben auch mal eine Phase gibt, in der ich mir mehr Einsatzzeit wünsche, ist halt so und muss ich akzeptieren. Am Ende des Tages gibt es für alles Lösungen.

Nämlich? Durchsetzen oder doch wechseln?

Nämlich, dass ich mich hier voll reinhaue um meine Einsätze zu bekommen.

Sie wollen sicher nicht noch eine solche Saison erleben?

Ich höre darauf, was mein Gefühl mir sagt und im Sommer sehen wir dann weiter.

Also geht der Stammplatz über den internationalen Wettbewerb?

Das eine schließt das andere nicht aus. Ich messe mich nur am Maximalen, sonst wäre ich nicht ich.

Gibt es denn auch aktuell Interessenten?

Ja.

Das macht die Entscheidung noch schwerer?

Nein, ich bin ein sehr klarer und direkter Typ. Wenn meine Perspektiven erfüllt sind, gibt es auch keine Alternativen.

Was sagt Ihr Bauchgefühl im Moment?

Gegen Gladbach gewinnen, im Endspurt weiter Vollgas geben und täglich um Einsätze kämpfen.

 

 

 

 

Quelle: kicker.de / Michael Pfeiffer

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