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Dzenis Burnic: Wenn der Traum zur Realität wird

Während die meisten 18-jährigen noch ihre schulische Ausbildung hinter sich bringen, versuchen herauszufinden, was sie später werden wollen, wusste es einer schon als kleines Kind, wie sein Vater Almin verrät: ein grosser Fussballer, einer, der Spiele entscheidet, der Anführer seiner Mannschaft. Das Kind von damals hat sich entwickelt, gekämpft, durchgebissen und seinen Traum schon fast verwirklicht. Aus dem Kind von damals ist ein mittlerweile 18-jähriger Jungprofi von Borussia Dortmund, einem der besten Vereine Deutschlands, aber auch Europas, geworden. Ein Jugendnationalspieler Deutschlands, der bereits jetzt Kapitän seiner Mannschaft ist und Bundesliga sowie Champions League Luft geschnuppert hat. Eines der grössten Talente des BVB, dem nicht wenige Experten den Sprung zu den Profis zutrauen.

Seine Geschichte fängt am 22. Mai 1998 in Hamm an, dort wird Dzenis Burnic geboren. In der Stadt unweit von Dortmund lernt er das Fussballspielen. Beim örtlichen Verein macht er seine ersten Schritte, doch sein damaliger Trainer Volker Pröpper erkennt das Potenzial und Talent in Dzenis und empfiehlt ihn Dortmund. Mit nur acht Jahren schliesst er sich dem BVB an, spielt dort nun seit zehn Jahren und hat es in dieser Saison zu seinen ersten Einsätzen im Profibereich geschafft.

 

Mit 16 Jahren hatte er bereits die Möglichkeit die Vorbereitung mit den Profis zu absolvieren. Der damalige Trainer, ein gewisser Jürgen Klopp, zeigte sich angetan von Dzenis’ Einsatz, aber auch von der schnellen Auffassungsgabe seines Spielers. Wie Klopp damals zu Protokoll gab, war Burnics einziges Manko die Position auf der er gespielt hat, und zwar als linker Verteidiger. Auf dieser Position falle es schwieriger jemandem mit seinem Talent ins Auge zu fallen. Deswegen lies er ihn als Innenverteidiger, defensiven, offensiven und zentralen Mittelfeldspieler spielen und konnte nicht glauben, wie ein 16-jähriger Jugendspieler seine Aufgabe(n) meisterte. Klopp hielt Rücksprache mit Burnics damaligem Trainer Hannes Wolf und liess ihn wissen, dass dies einer der flexibelsten Jugendspieler sei, die er je gesehen hat. Seitdem spielt er hauptsächlich in der Mitte des Spielfeldes. Am meisten wird er als defensiver und zentraler Mittelfeldspieler aufgeboten, wo sein Talent und seine Stärken am besten zur Geltung kommen. Er selbst spielt am liebsten als zentraler Mittelfeldspieler, da er von dort aus am besten ins Offensiv- und Defensivspiel eingebunden ist. Doch es interessiert ihn nicht so sehr, auf welcher Position er aufgestellt wird, da er überall alles gibt.

Diese Einstellung, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen und somit das eigene Ego hinten an, hat ihm in dieser Saison seine Debüts in der Bundesliga und Champions League eingebracht. Er bekam jedoch nicht zu viele Gelegenheiten sich beweisen zu können, da die U19, in der er Kapitän ist, viele Verletzungen hinnehmen und Burnic deswegen aushelfen musste. Doch, ganz getrau seiner Einstellung, das habe ihn nicht gestört, da er sowieso erst am Anfang seines Traums ist.

In der Saison 2014/2015 erzielte er neun Tore und steuerte vier Vorlagen bei. 2015/2016 waren es bereits acht Tore und 13 Vorlagen. In dieser Saison gelangen ihm “nur” sieben Tore und fünf Vorlagen, woran eine Verletzung (Ausfallzeit: 2 Monate), die Schuld trägt.

In den letzten zwei Jahren ist er ein regelmässig gesehener Gast des Trainings der Profimannschaft, wo er mit Spielern wie Reus, Aubameyang, Sokratis uvm. Seite an Seite trainiert und versucht, so viel wie möglich aufzusaugen.

In Deutschland gibt es nicht sehr viele Spieler, die in ihrer Jugend vier Mal hintereinander die Meisterschaft gewonnen haben. Kein Mario Götze, kein Nuri Sahin. Lediglich Dzenis Burnic und Felix Passlack ist dies gelungen, wobei Passlack eigentlich mehr Zeit in der ersten Mannschaft verbracht hat. Drei Mal konnte Burnic eine Meisterschaft feiern, nun ist er auf dem besten Weg zur Vierten. Im Halbfinale besiegte man den Nachwuchs von Wolfsburg und Burnic traf zwei Mal beim 3:2 Sieg, womit er sein Ziel, Spiele entscheiden zu können, erreicht hat.

Am 22. Mai diesen Jahres wird das Finale der Meisterschaft im Signal Iduna Park gespielt. Und gäbe es ein besseres Geschenk zum eigenen Geburtstag, als die Meisterschaft, und die Jugend hinter sich zu lassen und das Kapitel Profi Fussball zu beginnen? Wohl kaum. Und so wird der Traum des kleinen Jungen langsam aber sicher zu Realität und das nicht mal sehr weit entfernt von seinem Geburtsort.