Abwehr-Check: Die aktuelle Form der bosnischen Innenverteidiger!

Autor: Abdulah Haznadarevic

Das es der bosnischen Fußball-Nationalmannschaft bei dem einen oder anderen Länderspiel an qualitativen Innenverteidigern mangelt, ist kein Geheimnis.

Viele Fans stellen sich immer wieder dieselben Frage: “Warum kann dieser Spieler nicht für die Nationalelf spielen wie er es für seinen Verein tut?” – Warum können unsere Innenverteidiger nicht sein wie Emir Spahić?”

Wir können diese Fragen leider nicht beantworten. Wir kommen den Fans jedoch entgegen und decken mal auf, wer das nötige bzw. mögliche Potenzial dazu hat, Innenverteidiger-Legende Emir Spahić zu ersetzen. Folgende Spieler haben wir mal genauer unter die Lupe genommen und werden versuchen, euch die Situation um den Spahić-Ersatz so gut wie nur möglich zu erläutern.

Toni Šunjić, Ognjen Vranješ, Ervin Zukanović, Ermin Bičakčić und Samir Memišević sind die Spieler, die wir heute analysieren werden.

Toni Šunjić

Beginnen wir mit Toni Šunjić. Wechselte im Sommer mit einer Ablöse in Höhe von 700.000 € vom VfB Stuttgart nach Russland zu Dynamo Moskau. In Russland kam er in 22 Partien 19 Mal zum Einsatz und konnte dabei auch ein Tor erzielen.

Foto: BNM.ba

Bei den Moskauern ist er schnell zum Publikumsliebling geworden. Warum? Grund dafür sind seine Leistung und sein starker Wille in der Defensive. Obwohl er ein etwas langsamerer Spieler ist, kann man Toni immer in der Innenverteidigung gebrauchen. Ob er das Potenzial zum Spahić-Nachfolger hat, ist eher weniger wahrscheinlich.

Ognjen Vranješ

Abgesehen von dem Tattoo-Skandal, welchen “Ogi” vor wenigen Jahren in die Nationalelf brachte, gibt es an diesem sehr talentierten und enthusiastischen Spieler nichts auszusetzen. Seine derzeitige Form im Verein ist sehr aussagekräftig. Die Fans des AEK Athen sind von Vranješ mehr als nur begeistert und der Verein wird diesen auch nicht so schnell ziehen lassen.

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Auch wenn “Ogi” bei vielen Fans der bosnischen Nationalmannschaft, vor allem bei den BHFanaticos, welche ihn auch als “Persona non grata” – unerwünschte Person – bezeichnen, sehr unbeliebt ist, sind seine Qualitäten auf dem Platz mehr als genug um sagen zu können, dass er für das Team essenziell ist. Erwähnenswert ist auch, dass der Marktwert von Ognjen Vranješ seit er bei AEK unter Vertrag steht, auf 1,25 Millionen € gestiegen ist (zuvor 700.000 €).

Ervin Zukanović

Der 31-jährige in Sarajevo geborene Innenverteidiger Ervin Zukanović gab sein Debüt für das Nationalteam am 16.10.2012 beim 3:0 Heimsieg unserer “Lilien” gegen Litauen. Ervin stand schon bei sagenhaften 14 Vereinen unter Vertrag. Interessant ist, dass seine Karriere bei der U19 des FK Željezničar begann und ihn über Bosnien & Herzegowina, Österreich, Belgien und Italien durch seinen Willen sich zu beweisen im Jahr 2012 auch ins Nationalteam brachte.

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Ob der 31-jährige den Willen und das gewisse Etwas hat, um den Platz von Legende Emir Spahić, welcher beim Testspiel gegen Montenegro seinen Abschied geben wird, einnehmen kann, bleibt offen.

Ermin Bičakčić

Ermin Bičakčić, oder auch “Eisen-Ermin” wie er in manchen Fan-Kreisen genannt wird, hat sich seinen Platz in der Verteidigung mehr als nur verdient. Wir erinnern uns als er am 10. September 2013 beim WM-Quali Spiel gegen die Slowakei nach einem Eckball den Ball in das gegnerische Tor befördern konnte. Das Land Bosnien & Herzegowina war in diesem Moment außer sich vor Freude.

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Ermin’s momentane Form ist im großen und ganzen ziemlich ok. Er kommt auf seine Spielzeit und hilft der TSG Hoffenheim bei schwierigen Spielen sehr und ist ein wichtiger Mann für das komplette Team. Bičakčić als Spahić-Nachfolger? Lassen wir uns überraschen.

Samir Memišević

Der Spieler, der sich die Einberufung von Coach Prosinečki am meisten verdient hat, ist ohne groß zu überlegen der 22-jährige aus Tuzla stammende Samir Memišević. In der laufenden Saison kam er bei 27 bisherigen Partien auf 25 Einsätze, welche mehr als nur atemberaubend waren.

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Wenn sich einer den Posten als Spahić-Nachfolger verdient hat, dann ist es dieser junge Mann. Seine Übersicht und Reaktionsschnelligkeit sind neben seiner Abwehrkraft nicht zu unterschätzende Eigenschaften. Samir absolvierte bereits eine Partie für unsere “Lilien”. Diese war das Testspiel gegen Spanien im Jahr 2016 in St. Gallen. Ob und wie er sich in das Nationalteam erneut einfügen wird, werden wir in den kommenden zwei Partien gegen Bulgarien und Senegal zu sehen bekommen.

Autor: Abdulah Haznadarević